Windsurf- & Wing-Spots in der Ostschweiz

Der Malojawind des Engadins bei Silvaplana und Sils, der Föhn-Fjord Walensee, die Bergseen von Davos und Lenzerheide: Die Ostschweiz ist Thermikland in der Höhe.

Silvaplana

Der windreichste See der Alpen (1791 m) und die Windsport-Hauptstadt der Schweiz. Der thermische Malojawind liefert von Mai bis September fast täglich 4–6 Bft aus Südwest — Einsetzen kurz vor Mittag, Abflauen am späteren Nachmittag. Kite und Wing starten am Sportzentrum Mulets (Memberclub), Windsurfer am Surfcenter. Heimat des Engadinwind — der ältesten Windsurf-Regatta der Welt.

Wind: 14–27 kn · SW, S — Sportarten: Windsurfen, Kite, Wing, SUP — Niveau: alle Niveaus — Vor Ort: Schule, Verleih, Verpflegung, Rettung

Regeln: Offizieller Zonenplan mit markierten Ein-/Ausstiegen (Bojen/Pfosten). Kite: Memberclub am Mulets obligatorisch (Tag CHF 15 / Saison CHF 100), VDWS Stufe 4 / IKO 3J. Haftpflicht mit CH-Deckung Pflicht.

Achtung: Kaltes Bergwasser (selten über 16 °C — 4/3er Neopren+), Böen um 6 Bft an klassischen Tagen, bis 6–7 Bft bei SW-Höhenströmung; Südföhntage sind stark, aber sehr böig. Nordwinde sind selten fahrbar.

Silsersee (Sils Maria)

Einen See luvwärts von Silvaplana fängt der Silsersee den Malojawind zuerst. In Sils Maria weht er ablandig über Flachwasser in einer kleinen Bucht — ideales Terrain für Anfänger, Familien und Beachstarts, mit demselben thermischen Motor wie der berühmte Nachbar. Windsurfing Silvaplana betreibt hier die Station 2.

Wind: 12–22 kn · SW, S — Sportarten: Windsurfen, Wing, SUP — Niveau: Einsteiger — Vor Ort: Schule, Verleih

Regeln: Ablandiger Wind — in Reichweite der Station bleiben, Briefings der Schule beachten. Naturschutz-Ufer rund um den See: nur an der ausgewiesenen Bucht einwassern.

Achtung: Ablandiger Wind drückt vom Einstieg weg — Selbstrettung oder Schul-Support nötig. Kaltes Wasser auf 1797 m, Wetter kann schnell kippen.

Davosersee

Der Davoser Bergsee auf 1560 m ist ein Schweizer Thermik-Klassiker: An sonnigen Sommertagen baut sich nachmittags eine N–NO-Thermik von 3–5 Bft auf, am besten mit leichter NW-Gradientunterstützung. Kompakt, gut lesbar und bei Windsurfern, Wingern und Kitern gleichermassen beliebt — mit der MeteoSwiss-Station Davos keinen Kilometer entfernt für den perfekten Live-Check.

Wind: 8–17 kn · N, NE — Sportarten: Windsurfen, Kite, Wing, SUP — Niveau: alle Niveaus — Vor Ort: Verpflegung

Regeln: Offizielle Spot-Tafel des Schweizer Kitesurfclubs beachten (Startzonen, Trennung vom Badebereich).

Achtung: Thermik bricht bei aufziehender Bewölkung schnell zusammen; kaltes Wasser; im Hochsommer belebtes Badeufer.

Walenstadt (Walensee)

Der Fjord der Ostschweiz: Senkrechte Churfirsten-Wände kanalisieren Südföhn und West mit echter Gewalt den See entlang, und die Station Quinten am Gegenufer misst den Wind mitten im See. Starkwind-Terrain für Erfahrene, Start am flachen Ostende bei Walenstadt.

Wind: 12–30 kn · S, SW, W — Sportarten: Windsurfen, Kite, Wing — Niveau: Profis — Vor Ort: Verpflegung

Regeln: Das Seezdelta selbst ist gesperrt — Start nördlich des Deltas hinter der Wasserleitung; 150 m Uferabstand ausserhalb des Korridors. Der Militär-Schiessplatz «See» grenzt an den Spot: An Schiesstagen ist der Spot zu (offiziellen Schiessanzeiger prüfen).

Achtung: Föhnböen von den Wänden, abrupte Zusammenbrüche, kaltes tiefes Wasser, kaum Ausstiege am Nordufer.

Heidsee (Lenzerheide)

Der Wingfoil-Spielplatz der Lenzerheide auf 1484 m: Talachsen-Thermik aus Nord oder Süd liefert kompakte Nachmittagssessions über kaltem, klarem Wasser. Klein, malerisch, familienfreundlich — mit der Station Valbella 1.7 km entfernt als ehrlichem Live-Check.

Wind: 8–16 kn · N, S — Sportarten: Wing, Windsurfen, SUP — Niveau: alle Niveaus — Vor Ort: Verpflegung

Regeln: Badebereiche und Fischerzonen respektieren; lokale Tourismus-Regeln gelten.

Achtung: Kaltes Bergwasser; Thermik bricht bei Wolken ein; kleiner See — kurze Schläge.